// Scheufelen Schreibt Geschichte
Die Papierfabrik Scheufelen blickt auf mehr als 155 Jahre Geschichte zurück. Über diese lange Zeit gründete unser Unternehmen seinen Erfolg stets auf Innovationen. Offen für Neues und immer an der Spitze der Herstellerkunst, entwickelten wir uns zu dem, was wir heute sind: Europas Marktführer für gestrichene Premiumpapiere, mit weltweiten Exporten in über 40 Länder. Auf dieser Seite gewähren wir Ihnen regelmäßig Einblick in unsere spannende Firmenhistorie. Jede Woche erwartet Sie hier ein Artikel, der Sie auf eine Zeitreise in die Vergangenheit der Papierfabrik Scheufelen mitnimmt.
2005: Gestärkt für die Zukunft ins 150. Jubiläumsjahr
Innerhalb von 150 Jahren ist aus einer kleinen Mühle ein Unternehmen von Weltrang geworden, das 5 Generationen im Familienbesitz war. Eine lange Erfolgsgeschichte, in der auch manche Krisen gemeistert wurden. 2005 kann das Unternehmen mit Stolz zurück und voll Optimismus nach vorn blicken und gemeinsam mit den Mitarbeitern, ihren Familien und vielen Gästen auf 150 Jahre Unabhängigkeit als Familienunternehmen anstoßen.
1984: Vatikanbibeln auf Scheufelen-Papier
Anfang der 80er Jahre liefert Scheufelen glänzendes Tiefdruckpapier für den Abdruck der Dokumente des Vatikanischen Konzils nach Rom, dessen Qualität im römischen Kirchenstaat überzeugt. Es folgen Aufträge für zahlreiche Faksimiles, Bücher und Reproduktionen der Vatikanischen Bibliothek. Durch Verzicht auf optischen Aufheller und den hohen Gehalt an Reinzellulose bei den Zellstoffen ist das Papier sehr lange haltbar. So können sich die Menschen rund 500 Jahre lang am „Codex Benedictus“ und den anderen Werken auf diesem Papier erfreuen, verspricht Klaus Heinrich Scheufelen Papst Paul II. im Jahr 1984 bei einem Besuch im Vatikan.
Werbemittel der 70er
„Die Plus-Punkte für die Raster-Punkte“ – unter diesem Motto wirbt Scheufelen in den 70er Jahren.
1979: Die vierte Generation – Dr. Ulrich Scheufelen
Mit dem Eintritt Ulrich Scheufelens als stellvertretender Geschäftsführer kommt die vierte Generation Scheufeen ans Ruder. Wie bereits Vater und Großvater durchlief er mit seinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Universität Berlin eine akademische Ausbildung. Dem „Papier als Kulturträger“ gilt sein besonderes Interesse, was sich ebenso in seinem Engagement für zahlreiche kulturelle Stiftungen zeigt.
1972: Olympiaplakate auf Scheufelen-Papier
Die Olympischen Spiele finden 1972 in München statt. Die von Otl Aicher gestalteten Plakate werden auf Scheufelen-Papier gedruckt. Damit liefert die Papierfabrik zum letzten Mal ein einfach gestrichenes Papier aus, da sie auch beim Bilderdruckpapier auf Doppelstrich umstellt. Es ist aber nicht das letzte Mal, dass Scheufelen einen Olympiaauftrag bekommt. Auch die Los-Angeles-Poster 1984 stammen aus Oberlenningen.
1969: Überirdisch! Scheufelen-Papier fliegt zum Mond
Scheufelen-Papier ist bereits rund um den Globus zu haben – jetzt erobert es auch das All. 1967 beauftragt die NASA die Oberlenninger Papierfabrik mit der Herstellung von schwer entflammbarem Papier und vergibt damit erstmals einen Auftrag an eine deutsche Firma. Vorangegangen war das Unglück an Bord der Apollo 1, bei dem drei Astronauten ums Leben kamen, als die Logbücher und Karten explosionsartig verbrannte. Scheufelen gelingt es, ein fast unentflammbares Spezialpapier herzustellen. 1969 fliegt es an Bord der Apollo 12 zum Mond.
1966: Die Geburtsstunde des Bilderdruckpapiers bvs
„Bilderdruckpapier von Scheufelen“ verstehen die meisten darunter. Tatsächlich steht das Kürzel aber für „B-Zellstoff V satiniert“, unter dem Scheufelen 1966 sein maschinengestrichenes Bilderdruckpapier auf den Markt bringt. Dabei steht „V“ für die Papiermaschine V, die 1954 in Betrieb genommen wird und das klassische Bilderdruckpapier produziert. Auch bei Scheufelen sind die Marketing-Strategien den Modetrends unterworfen, wie diese attraktive bvs-Werbung belegt.
1958: Betriebsausflug à la Scheufelen
Die Papierfabrik Scheufelen bietet ihren Arbeitern verschiedenste gesellige und soziale Angebote, zu denen eine Betriebsfürsorgerin, die die Familien bei Problemen berät, ebenso gehört wie günstige Urlaubsreisen über die Firma oder die Betriebsausfahrten, die den größtenteils noch unmotorisierten Arbeitern einen Besuch am Rhein oder im Schwarzwald ermöglichen.
100 Jahre Papierfabrik Scheufelen
Das 100-jährige Jubiläum wird im Hause Scheufelen glanzvoll gefeiert. Zehn Jahre nach Kriegsende ist das Werk wieder gut auf dem Markt positioniert und die Expansion ungebrochen. Die Mitarbeiterzahl ist auf 2.400 angewachsen, die Tagesproduktion auf 160 Tonnen gestiegen. Die Belegschaft partizipiert durch vorbildliche Sozialleistungen am Erfolg der dritten Generation Scheufelen. Über das Jubiläum mit Bundespräsident Theodor Heuss als Ehrengast berichtet auch der Teckbote ausführlich
1939: »Phönix-Feldpost« für einberufene Mitarbeiter
Karl-Erhard Scheufelen, seit 1935 in der Unternehmensleitung, versorgt seine als Soldaten eingezogenen Mitarbeiter mit Nachrichten aus dem Werk und der Heimat, indem er ihnen die im Werk verfasste „Phönix-Feldpo
1926: Soziale Verantwortung – Stiftungen für die Gemeinde
Adolf und Heinrich Scheufelen haben ein großes Interesse daran, ihre Belegschaft möglichst dauerhaft an den Ort und das Unternehmen zu binden. Daher stiften sie der Gemeinde Oberlenningen ein Gemeindehaus, das unter anderem der Kleinkinder- und Haushaltungsschule, Jugendvereinen sowie einer Bücherei Platz bietet. Im gleichen Jahr lassen sie eine Turn- und Festhalle errichten, der ein Freibad angeschlossen ist.
1914: Papierwesten statt Kunstdruckpapier
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs beendet eine längere Aufstiegsphase des Unternehmens. Statt Kunstdruck- oder Schreibpapier verlassen nun Papierwesten für die Soldaten die Fabrik. Aufgrund mangelnder Festigkeit wird die Produktion der Westen jedoch bald eingestellt. Mit größerem Erfolg nimmt die Firmenleitung Ende 1915 die Herstellung von Zellstoffwatte für Verbandszwecke auf.
1908: Der Wandel des Firmensignets
Detailgetreu bis in die Schwanzfeder, mit hochgereckten Flügeln auf einem lodernden Scheiterhaufen stehend – so präsentiert sich 1895 der erste Phönix auf dem Signet der Papierfabrik Scheufelen. Ganz anders das rechteckige Logo ab 1908: von nun an schmücken prächtige Federn das Haupt des eher verspielt und leicht wirkenden Sagenvogels in Jugendstilmanier.
1904: Aufbauhilfe für das Deutsche Museum
Adolf Scheufelen unterstützt den Gründer des Deutschen Museums beim Aufbau seines ambitionierten Projekts und leitet den Aufbau der Abteilung "Papier". Gemeinsam mit 59 Persönlichkeiten erhält er 1925 anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten für seinen besonderen Verdienst um das Deutsche Museum eine Ehrenurkunde und einen Ehrenring aus Gold.
1903: Eine Anschaffung für die Zukunft: Papiermaschine II
Adolf Scheufelen lässt ein neues Papiermaschinengebäude für zwei Papiermaschinen bauen. Die neue Papiermaschine, die über Parallelantrieb und einen Wechselstuhl mit Schneideapparat verfügt, erweist sich als lohnende Investition in die Zukunft, denn bis heute werden auf ihr hochwertigste Rollenpapiere als Basis für die Premium-Marken von Scheufelen produziert.
1899: Die "Scheufelen-Bahn"
Im abgelegenen Lenninger Tal ist die Verkehrslage alles andere als optimal. Carl Scheufelen arbeitet daher über Jahre hinweg daran, seiner Firma eine Anbindung an den 12 Kilometer entfernten Kirchheimer Bahnhof zu sichern. Er bezieht alle Ortschaften und Firmenbesitzer des Tals in die Planung mit ein und stellt mit 30.000 Mark 50 Prozent der privaten Mittel für den Bau zur Verfügung. Am 28. September ist es so weit: die Bahnstrecke Kirchheim – Oberlenningen wird feierlich eingeweiht.
1895: Der Phoenix beginnt zu fliegen
Für sein "art paper" erfindet Adolf Scheufelen die Bezeichnung "Kunstdruckpapier" – ein Begriff, der sich rasch für hochwertige gestrichene Papiere allgemein durchsetzt. Da das Patentamt Scheufelens Anmeldung des Begriffes als Schutzmarke ablehnt, lässt dieser am 11. Mai 1895 die Markenbezeichnung "Phönix-Kunstdruckpapier" eintragen. Im selben Jahr setzt der Senior seine Söhne Adolf und Heinrich als Teilhaber ein. Das Unternehmen nennt sich nun "Erste deutsche Kunstdruck-Papierfabrik Carl Scheufelen" und setzt auf hochwertige Spezialpapiere. Das ist bis heute so geblieben.
1892: Premiere auf dem Kontinent – das Scheufelen-Kunstdruckpapier
Mit wissenschaftlichem Know-how und schwäbischem Tüftlersinn löst Adolf Scheufelen gleich zwei Herstellungsprobleme der Papierproduktion: er verwendet gebleichten Holzzellstoff anstelle des in Deutschland nicht vorhandenen Esparto-Zellstoffs und spart dank einer selbst gebauten doppelseitigen Streichanlage einen Arbeitsgang in der Produktion ein. 1892 verlässt das erste Scheufelen-Kunstdruckpapier das Werk – eine neue Ära der Firmengeschichte beginnt.
1888: Krankenversichert im eigenen Betrieb – Die BKK Scheufelen
Carl Scheufelen und seine Söhne Adolf und Heinrich reagieren mit der Schaffung der „Krankenkasse der Papierfabrik Oberlenningen“ auf die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 1883. Alle Mitarbeiter der Papierfabrik Scheufelen haben nun die Möglichkeit, sich im eigenen Betrieb zu sehr günstigen Konditionen versichern zu lassen. In den folgenden Jahrzehnten wird der Leistungskatalog der Kasse zusehends ausgebaut. Seit 2004 steht sie allen Arbeitnehmern der Region offen.
1876: Die Langsiebmaschine ermöglicht eine Spezialisierung auf feine Papiere
Trotz der gewachsenen Konkurrenz übersteht Carl Scheufelen die Gründerkrise und kann sich 1876 eine leistungsfähige Langsiebmaschine kaufen. Dies ermöglicht nicht nur die Produktion von Endlospapier, sondern auch eine Substituierung auf die „Spezialität weiße mittelfeine und feine Druck- und Schreibpapiere“. Die Produktion des mittlerweile unrentabel gewordenen Packpapiers wird eingestellt. Fortan werden vorwiegend Druckereien und Verlage beliefert.
1868: Von dürren Zwetschgen und guten Tropfen
„Den geehrten Familien Kirchheims zeige ich hiermit an, dass ich einen bedeutenden Vorrat an dürren Zwetschgen habe, selbst gedörrt und eigenes Erzeugnis, annonciert Carl Scheufelen 1868 im Teckboten. Er interessiert sich für Sonderkulturen im Agrarbereich und baut in Oberlenningen selbst Hopfen an. Auch die Nachkommen Scheufelens bleiben dem Obstbau treu – im Jahr 1963 erhält die Papierfabrik eine Medaille für ihre hervorragenden Leistungen im Obstbau.
1866: Die Rundsiebmaschine beendet das Zeitalter des Handschöpfens
Um 1870 erzeugt eine Papiermaschine etwa die gleiche Menge Papier wie 12 Handbütten. Im Jahr 1866 stellt Carl Scheufelen eine kleine Rundsiebmaschine mit Dampfkessel auf, die er ohne Fremdmittel und Bankhypotheken erworben hat. Die finanzielle Unabhängigkeit wird noch bis weit ins 20. Jahrhundert ein Dogma der Scheufelen-Firmenpolitik bleiben.
1862: Die "Werkstätte-Ordnung"
Im Februar 1862 tritt eine neue Gewerbeordnung in Kraft, die Fabrikordnungen vorschreibt. So erlässt Carl Scheufelen eine "Werkstätte-Ordnung". Hier wird die Arbeitszeit von drei Uhr morgens bis 18 Uhr festgehalten. Zudem ermahnt Scheufelen seine Arbeiter dazu, „sich eines geordneten und haushälterischen Lebenswandels zu befleißigen“ und „alles Schuldenmachen zu vermeiden“. In seinem Notizbuch hält er seine Überlegungen zur Firmenentwicklung und zum Eisenbahnbau fest.
1855: Vom Unterlehrer zum Unternehmer: Carl Scheufelen
Der Lehrer Carl Scheufelen pachtet die Oberlenninger Papiermühle seines Schwagers. Obwohl einige Papierfabriken bereits auf maschinelle Produktion setzen, wird an der Lauter noch traditionell per Hand geschöpft. Am 13. März 1856 kauft Scheufelen die Mühle für 8.750 Gulden und wagt den Schritt in seine berufliche Unabhängigkeit. Neben Pappe und Packpapier gehören Papiertüten für Zuckerhüte zum Scheufelen-Sortiment der frühen Jahre.
1769: Eine herzogliche Konzession und viele Lumpen
Herzog Carl Eugen erteilt dem Müller Isaak Koeber aus Oberlenningen die Konzession zur Errichtung einer Papiermühle – die Geburtsstunde der Papierfabrik Scheufelen. Die Konzession berechtigt zum Sammeln von Lumpen, dem damals unentbehrlichen Rohstoff zur Papierherstellung. Bedingung für die Konzession ist die jährliche Lieferung von 2.000 Bogen Groß-Schreibpapier an die herzogliche Verwaltung.

























